Ereignisreiche Tage am Kap. Die Regierung um den korrupten Populisten Zuma kommt nicht zur Ruhe und die Luft wird immer dünner für ihn.
Jetzt muss ich dazu sagen, dass ich schon seit Jahren schreibe dass die Luft für Zuma enger wird und langsam mag es unglaubwürdig klingen, doch sein Weg ist eine Reihenfolge von Eskapaden, die ihm über kurz oder lang das Genick brechen werden. In dem Fall reden wir dann jetzt schon von lang, denn was Südafrika unter diesem gedungenen Verbrecher seit 2009 alles ertragen musste geht auf keine Kudu-Haut.

Bevor Zuma an die Macht kam, waren vor Amtsantritt Vorwürfe in insgesamt 783 Fällen (!!!!) wegen Korruption, Betrug, Geldwäsche und Steuerhinterziehung erhoben worden. Alle wurden vom Tisch gewischt, auch der Vergewaltigungsskandal im Jahr 2005, das Jahr in dem Zuma bereits von Thabo Mbeki wegen Korruptionsverdacht als Vizepräsident entlassen wurde. 
Und so wurde Zuma der mächtigste Mann Südafrikas, der nach und nach Leute anzog, denen er als passable Marionette diente um wirtschaftliche Interessen und Macht im Land zu erlangen, wie etwa die Gupta-Familie die 1993 aus Indien nach Südafrika kamen um dort ein Vermögen zu verdienen. 

Man muss sich das mal in Europa vorstellen. Ein Polygamist ohne formelle Schulbildung lässt sich von indischen Zuwanderern so weit schmieren, dass die in ihrer Villa schamlos Leuten Ministerposten anbieten und auch nicht davor scheuen Menschen in Südafrika via sozialen Netzwerken durch Rassismusdebatten aufzuhetzen, für die sie eigenes die Firma Bell Poltinger aus England engagiert haben. Hierzu ein interessanter Artikel aus dem Citizen. 

Soviel kurz zur Vorgeschichte. Weitere Artikel zu der Entwicklung der letzten Jahre gibt es hier reichlich im Blog an anderen Stellen. Doch was ist nun passiert?
Am Freitag feuerte Zuma Finanzminister Pravin Gordhan und seinen nicht minder aufrechten Vizeminister Mcebisi Jonas und strukturierte mal eben das Kabinett nach seinem Gusto um. 
Gordhan war angetreten um eben den Sumpf auszutrocknen, von dem auch gerne der derzeitige US-Präsident faselt, während er mit beiden Beinen knietief drinsteht.

Er ist Zuma und seinen Freunden, den Gupta’s, unangenehm geworden wie kein anderer und derjenige der alle Machenschaften der derzeitigen Regierung aufdecken kann. Und wenn Zuma fällt, so wird er nicht alleine fallen und dann wird es eine schöne Schlammschlacht geben, die auch die Zukunft des ANC gefährden kann, der bei den letzten Kommunalwahlen schon einige herbe Klatschen hinnehmen musste. 

 

Am gestrigen Montag rief man landesweit in Südafrika zum Black Monday auf. Massen strömten auf die Strassen in schwarzer Kleidung und protestierten gegen die Regierung. Und das war erst der Anfang. Am kommenden Freitag soll es einen nationalen „shut down“ geben, d.h. soll die Regierung lahmgelegt werden. Im Vorfeld hat man seitens dieser schon vorgewarnt, dass ein „shut down“ unerwartete Konsequenzen haben würde.

Mit anderen Worten droht die Regierung nun dem eigenen Volk und Südafrika hat nun endlich wieder einmal die Möglichkeit zusammenzustehen und zu zeigen, dass es keine Bananenrepublik ist, sondern eine wehrhafte Demokratie. 
Hierzu müssen allerdings auch die Leute in den Townships mobilisiert werden, denn auch wie wir das gerade in anderen Ländern der Welt beobachten werden politische Prozesse zu Gunsten deren entschieden die auch die bildungsfernen Schichten erreichen und das gestaltet sich nach wie vor als schwierig. 
Neu ist eben in der derzeitigen Situation, dass Zuma in der eigenen Partei bei vielen verspielt hat. 
Bei der Beerdigung von Freiheitskämpfer Ahmed Kathrada, der Zuma einen Brief hinterlassen hat in dem er ihn von seiner Beerdigung ausgeladen und zum Rücktritt aufgeforderte hatte, las Expräsident Motlanthe die letzten Zeilen von Kathrada an Zuma vor.
Die Reaktionen nach der Aufforderung zum Rücktritt, bei einer Veranstaltung wo alles vertreten war was im ANC Rang und Namen hat, sprechen Bände (z.B. Ex-Präsident Mbeki, die Mandela Familie).

Und noch etwas ist gestern passiert. Die angesehene englische Rating Agentur S&P (Standard&Poor’s) hat Südafrika auf Ramsch-Niveau heruntergestuft! Es wurde mehrfach angedroht, nun ist dieser Schritt vollzogen und so tief gesunken war das Land zuletzt im Jahr 2000. Doch was heisst das eigentlich wenn eine Rating Agentur einen soweit herabstuft? 
Durch die Herabstufung wird Investoren quasi abgeraten am Kap Geschäfte zu tätigen und somit gilt Südafrika als Riskoland für diese. Laut S&P ist die Abwertung eine Reaktion auf die Kabinettsumbildung durch Präsident Jacob Zuma in der vergangenen Woche. Dabei wurde speziell die Entlassung des international geachteten Finanzministers Pravin Gordhan betont . Die Neubesetzung des Amtes mit Malusi Gigaba wird als Risiko für die Stabilität des Staatshaushaltes gesehen.

Alles in allem eine sehr schwierige Entwicklung und ich hoffe mit diesem Beitrag relativ kurz und verständlich gezeigt zu haben um was es eigentlich geht. Es ist so wichtig für das Land, dass Zuma abtritt, anders droht Südafrika der „failed state“ zu werden, der von vielen schon seit Ende der Apartheid herbeigeredet wird und dann wird es auch für mich keine Option mehr sein, was mich sehr traurig machen würde. 

Mit Mmusi Maimane steht nach wie vor für die DA ein guter, gebildeter Diplomat und Hoffnungsträger in den Startlöchern, dem ich durchaus zutraue das Land weiter zu einen, so wie es sich Nelson Mandela immer gewünscht hat. Wir reden hier nach wie vor von einem der schönsten Länder der Welt, mit Möglichkeiten, Bodenschätzen und kreativen Menschen von denen andere Nationen nur träumen können. Seit Zuma’s Putsch am Freitag befindet sich auch der Rand mal wieder im freien Fall und steht zum Euro bei fast 1:15. 

Hier noch ein sehr guter Artikel der Deutschen Welle

Nkosi Sikelel Iafrika

  

 

 

 

Nachdem ich nun über eine Woche wieder hier bin, kann ich nun mit etwas Abstand meinen letzten Aufenthalt am Kap aufhalten. Zum Ende hin wurde es nochmal etwas anstrengend, denn unser Flug wurde gecancelled und British Airways stand vor der Aufgabe uns und eine Menge weiterer Passagiere mitten in der Nacht in Kapstadt unterzubringen. 
Als Trostpflaster wurden wir im 12 Apostles Hotel in Camps Bay untergebracht, welches 5 Sterne hat und kaum Wünsche offen lässt. Hierzu aber später mehr. 

Ich möchte beginnen mit dem neuen Hotel nahe der Waterfront, welches nebenher auch noch das Zeitz MOCCA (Zeitz Museum of Contempory Art Africa) beherbergt. Da am 1.März erst Eröffnung gewesen war, nahm man es an der Tür nicht so streng mit Besuchern und wir kamen trotz legerer Kleidung und Flip-Flops in die sensationelle Rooftop Bar. 
Das ursprüngliche Gebäude kennt ein jeder der schonmal in Kapstadt gewesen ist. Vor gut 100 Jahren war es noch das höchste Gebäude des südlichen Afrikas und als ich vor 2 Jahren dort war, dachte ich erst man würde es abreissen, aber falsch gedacht, denn stattdessen ist dort nun eines der exklusivsten Hotels und Museen Kapstadts entstanden. 

1924 wurde das Gebäude im Gasthaus der Meere eröffnet, zu einer Zeit in der Südafrika mehr und mehr Ansehen in der Welt erfuhr. Fast 80 Jahre leistete es gute Dienste und wurde schliesslich 2001 geschlossen und marodierte ab da vor sich hin.

  

Um das kulturelle Erbe des Ortes zu bewahren beschäftigte man den Londoner Industriedesigner Thomas Heatherwick, der international schon einige großartige Projekte realisiert hat, wie etwa den englischen Pavillon auf der EXPO in Shanghai 2010 oder die Bombay Saphir Distillerie. 

Herausgekommen ist ein wunderschönes Hotel mit angeschlossenem Museum, welches wirklich keine Wünsche offen lässt, mit einem Einstiegspreis von ca. 1.100,-  € pro Zimmer auch wirklich nicht gerade günstig ist. 

Die 28 Hotelzimmer bieten ALLE eine Aussicht auf den Tafelberg und liegen über den 9 Etagen Kunstmuseum und neben der Rooftop Bar gibt es noch ein wunderschönes Restaurant und einen üppigen Spa Bereich, den gegen Endgeld auch Nicht-Gäste nutzen können. 
Die Tage wurde nun auch auf der Seite des Hotels hingewiesen dass die Bar oben auf dem Dach ausschliesslich für Hotelgäste zugänglich ist und so waren wir froh, dass wir in dieser grossartigen Atmosphäre mit Blick auf Hafen, Robben Island, Tafelberg und Lions Head einen Cocktail geniessen konnten. 

 

Ansonsten waren es fast 4 schöne Wochen die alle Beteiligten genossen haben. Ich werde die Tage nach und nach Neuigkeiten von der letzten Reise präsentieren. Ich denke mit diesem Projekt habe ich da einen guten Anfang gemacht. 

Im Anschluss trafen wir noch alte südafrikanische Freunde von mir auf mehr Bier als gedacht und fuhren alle am Abend nochmal mit dem Schiff raus zum „sunset cruise“.

 

Und wie ich es immer wieder sage, am meisten fehlen mir wenn ich hier bin neben dem guten Essen und der traumhaften Umgebung immer wieder die Menschen. Ich bin froh dass dort soviele Freundschaften geschlossen habe und mich kein bisschen fremd mehr dort fühle. 

Tja, und jetzt sitze ich wieder am Schreibtisch und freue mich dass wenigstens der Frühling pünktlich in Deutschland einzieht. 

Hier noch das Promo Video für Kapstadts neues Juwel:

……to be continued 🙂

Als der Politikstudent Manxwele Chumani die Statue von Cecil John Rhodes Anfang März mit Exkremten beschmierte, ahnte ich bereits, dass es schlechte Stimmung geben würde am Kap.
Was in den letzten Wochen folgte, befeuert von Aufrufen in sozialen Netzwerken, die ich immer kritischer sehe gibt einem schon zu denken. Immer massiver protestieren schwarze Studenten gegen Symbole der Kolonialisierung und Gleichstellung an Universitäten und erzielten gestern mit der Entfernung der Rhodes Statue an der Universität von Kapstadt einen ersten großen Erfolg.

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Gestern und heute haben wir ganz Prince Albert gewidmet und die Seele baumeln lassen, den obligatorischen Kuchen im Lazy Lizard gegessen, schöne Sundowner gesehen und mit Freunden meiner Eltern nette Gesellschaft gehabt. Gestern Abend waren wir auswärts essen und eben gab es Kudu-Gulasch vom Feinsten, herrlich, das Leben kann so einfach sein.

AM Montag geht es über die Route62 Richtung Küste, erstmal vermutlich nach Warmwaterberg, wo ich nun auch schon 5 Jahre nicht mehr war.

https://www.facebook.com/WarmwaterbergSpa

Hier noch ein paar Impressionen aus Prince Albert, meiner Homebase in der Karoo……

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Nach einem entspannten Flug landeten wir Mittwoch Nacht in Kapstadt und waehrend Kirstin sich akklimatisieren musste habe ich einen socialize-Nachmittag mit ein paar alten Bekannten an der Bar verbracht und war noch abends in Seapoint um meinen Freund Hugo zu treffen :>

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Gestern haben wir uns dann ein Hop On Hop Off Ticket genommen und sind in den botanischen Garten, der mit dem Canopywalk durch die 12 Meter hohen Baeume um eine Attraktion reicher ist, der Blick von ort aus ist grossartig. Danach nach Hout Bay den Seehunden beim Spielen zusehen und anschliessend zum Lunch nach Camps Bay im japanischen Restaurant, was mal wieder grossartig war.

Hier geht es zu dem luxurioesen Umi in Camps Bay http://www.umirestaurant.co.za/

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Und mittlerweile muss ich doch sehen was ich in Kapstadt noch nicht gemacht habe, aber keine Sorge, die Stadt zeigt mir jedes Mal wieder neue Dinge und so war das Hilight gestern Abend das Dinner in der 21.Etage des Ritzhotels, welches ueber die einzige sich drehende Bar in Kapstadt verfuegt.

Wir hatten mit Hugo und Jana sehr nette Gesellschaft und eine atemberaubende Aussicht zu dem Gemsbokfilet fuer mich und Linefish fuer Kirstin. Der Sonnenuntergang dort ist jedenfalls eine tolle Sache und wird von Pianomusik begleitet.

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Gleich fahren wir dann in die Stadt und sehen uns den Companies Garden an, von dort aus ins hippe Woodstock um einem Freund Hallo zu sagen und auf der Speisekarte steht heute mal ein Edel-Hamburger, nachdem wir vorgestern bereits im Hussard Grill dem besten Steak der Stadt gefroehnt haben. Morgen frueh springen wir dann um 10 Uhr auf den Zug in die Karoo, wo es dann wieder schoen ruhig wird. Unser Zimmerfenster ist zur Strasse und es ist als wuerde man auf dem Buergersteig schlafen vom Laerm her.

Achja, und zum thema Politik ist auch wieder etwas zu berichten, es gab vorgestern grosse Tumulte bei der Parlamentseroeffnung und die Regierung von Mr.Zuma zeigt mehr und mehr, dass sie fuer Demokratie schlichtweg zu bloed ist und da sind wir dann auch wieder bei meinem einzigen Problem was ich mit meinem Lieblingsland habe, ich finde jene die hier regieren grotesk, dekadent und sehr dumm, die Zeit wird Entscheidungen bringen, da bin ich mir sicher…….

Schon seit Monaten kämpft Südafrika erneut mit der Stromversorgung und es ist langfristig keine Besserung in Sicht. Stromversorger ESKOM bietet gerade reichlich Angriffsfläche und auch die derzeitige Regierung hat maßgeblich zu den derzeitigen Verhältnissen beigetragen.
Und so gehen am Kap derzeit immer wieder die Lampen aus. Für Südafrikaner nicht ungewöhnlich, denn man kennt das schon aus den letzten Jahren und es gab bereits in den 90ern Warnung von ESKOM an die Regierung, dass die Stromversorgung langfristig nicht für alle Haushalte ausreicht.

In einem Land mit sovielen Sonnentagen, welches immer noch in Sachen Kernkraft sehr aktiv ist schwer vorstellbar, denn mit etwas Weitsicht wäre man schon lange auf neue Energien umgestiegen, aber soweit wollte die ANC Regierung eben auch nicht denken und auch jetzt beschäftigt man sich lieber mit anderen Problemen, wie z.B. Präsident Zuma, der gerade sehr großzügig gespendet hat um die Bibel erneut in Zulu übersetzen zu lassen.

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braai day

Wie vielseitig die Menschen in Südafrika sind zeigt sich wie sie Feiertage angehen oder vor allem einfach mal aus einem alten Feiertag, den nur ein Teil der Menschen dort feierten etwas völlig anderes machen.

Ursprünglich war der 24.September der Shaka Day, zu Ehren des Zulu König Shaka, der damals die verschiedenen Zulu Claans zu einer einheitlichen Nation zusammenführte.

Bis 1995 hielt diese Tradition und die Zulu’s pilgerten an diesem Tag in Strömen zu Shaka’s Grab.

Das Grab steht in Stanger in der Provinz Kwazulu Natal. Neben dem Denkmal liegt auch der Stein, auf dem Shaka bei der Ermordung durch seine Halbbrüder Dingane und Mhlangana gesessen haben soll.

Heute jedoch ist es der Heritage Day, der Tag an dem die „Rainbow Nation“ das feiert was sie ausmacht: ihr Vielfältigkeit.
Die Südafrikaner feiern dieses unglaublich große Erbe, welches sich aus den vielen, vielen verschiedenen Kulturen zusammensetzt, welche durch Völkerwanderung, Kolonialisierung usw. über die Jahrhunderte in das Land am Kap strömten.

Am heutigen Tag finden im ganzen Land diverse Feiern statt und Sinn ist es das Land weiter zu vereinen. Die Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit verleiht Helen Zille etwa heute den Freiheitspreis.

Was für den Humor der Südafrikaner spricht ist allerdings vor allem, dass sie diesen Tag Braai Day nennen und man sich heute einfach mit Freunden trifft und beisammen ordentlich Fleisch vertilgt.

Wie ich auf sozialen Netzwerken entnehmen kann feier auch meine Freunde am Kap auf die Art und wenn ich da wäre, yes-ja, ich würde es genau so machen.

Während ich das hier schreibe regnet es in Eimern und die Temperaturen stehen eindeutig auf Herbst. Tschüß Sommer, es ist Zeit zu buchen……..
Und hier noch ein Bild vom Braai im März in Wilderness an der Garden Route.

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Schirmherr der Braai Bewegung, Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu steht natürlich heute auch am Braai. Hätten wir hier solche Vertreter des Glaubens oder Politiker hätten wir jedenfalls einige Probleme weniger :DD:DD:DD

Vor 5 Jahren schrieb ich das Management der Rockband aKing an, um zu erfahren ob die Notwendigkeit bestände für das Konzert in Kirstenbosch Karten zu bekommen. Ich bekam damals sehr schnell eine Antwort von Bandmanager Brendan Sterley und wir lernten uns dann kurz beim aKing-Konzert kennen. Seitdem schreiben wir uns ab und an via Facebook und genau dazu sind soziale Netzwerke auch gut. Um Kontakt zu halten. Um tiefer in die Materie der anderen einzutauchen wenn sie etwas interessantes zu erzählen haben.

Um diesen Blog interessant zu halten und mehr zu bieten als nur schöne Urlaubsbilder und Ausgehtipps, habe ich nun ein paar südafrikanische Persönlichkeiten um Interviews gebeten.

Brendan Sterley ist Musik Manager, Kreativ Kopf bei Mark 1 Media in Kapstadt und Inhaber der Künstleragentur Apollo Artist. Nebenbei ist Brendan wie die meisten Südafrikaner eben sehr aufgeschlossen und offen, was die Wortwechsel mit ihm nie langweilig werden lässt
Dieses Interview soll zeigen, dass Südafrika noch mehr zu bieten hat als Pop-Musik und es durchaus lohnt hinter die Kulissen zu schauen.

Ich habe dieses Interview nun extra nicht übersetzt um die Authenzität beizubehalten und wer denn ans Kap reisen möchte sollte auch der englischen Sprache mächtig sein 😉

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1.) Hello Brendan, thanx for taking your time for that interview. South Africa, especially Cape Town is one of the travel hot spots in the world the last years, but it has got much more to offer than stunning nature, delicious food and a interesting history. You are in music business for a long time now. How did you get in touch with music in the beginning? What was your first LP record and your first live concert?

Hi Arnulf, its only a pleasure to chat to you, its awesome that you take such a interest in South Africa and especially the mother city Cape Town. Yes, I have been involved with the South African music industry full time for about 10 years now. Music has always been a passion of mine; I used to play bass in my teens.

I jumped into the deep end of the band management, I was living in London England in the early 2000’s and Wynand Myburgh from Fokofpolisiekar and Van Coke Kartel fame, contacted me and said he has a job for me managing Fokofpolisiekar. The band had grown so fast and popular that he couldn’t take on all the management tasks and perform in the band at the same time.
I agreed to assist I moved back to Cape Town and started to manage Fokofpolisiekar full time and as they say the rest is history. They made a movie about Fokofolisiekar and their influence on South African culture.
Here is a link to the movie trailer

My first LP was the 1988 Guns N Roses Lies album; I used to listen to that record everyday, my favorite track on there was Patience.

My first Live concert is a tough one its so long ago, I think it was a local Cape Town hardcore metal band that was called Prayer.

2.) The music scene in South Africa is very creative, but it is not very popular in Europe. Bands like Fokofplisiekar are coming to Europe sometimes, playing where big south african communities are like in the UK, but it is still a very special thing. What is the reason?

I think the biggest hurdle for artists touring internationally is money, its very expensive for a local South African band to get to Europe to tour on a regular bases; we are at the southern most tip of the African continent, hahaha

The local bands and Dj’s have the talent to contend in an international market. South Africa has exceptionally talented artists that struggle to tour the rest of the planet due to lack of funding.

But there is a positive, the Internet is a great tool that connects artists to their fans around the world, and growing a fan base online is a good start, so that once the band / DJ get the opportunity to tour internationally they have done the groundwork and their fans will attend and support the shows. It is a mater of doing your homework and taking the calculated risk.

Bands are taking it upon themselves to get overseas, bands like PHFAT http://www.facebook.com/phfat funded their tour to Australia earlier this year out of their own pocket saving money from touring South Africa.
Germany will begin to see many more local South African band in the next couple of years.
3.) You’re working with your agency with different bands. Who is actually on the way up? Tell us of the work you’re doing with your agency.

Apollo came about as a natural progression when Dawid Fourie (RAMFEST) and I took on this business activity to fulfill a crucial service in the South African music industry back in 2010.

The goal of Apollo is to create a structure where new or existing artists and bands can slot into an environment where Apollo handles the daily business, marketing, and logistical tasks required to make a successful brand.

This way the artist can focus on their artistic expression and reap the benefits of a creatively structured management agency.

We believe, this will improve the standard of music and production quality by providing a platform for bands to excel and ultimately make a living from their music.

Apollo sees an artist as a brand, and the most important aspect of our agency is to build up this brand and establish a concept that can succeed, create and fulfil a need in the South African market that is still growing.

4.) In January last year the movie „Searching for Sugarman“ won an oscar and became world famous. Did you know that story before the movie was at the cinema? In Germany no one ever heard about Rodriguez.

As a teenager I used to listen to Rodrigues on LP and new all the lyrics to his music. I didn’t now that he wasn’t famous in other countries; most South African I know always loved and grew up with his music. The „Searching for Sugarman“ doccy is a very moving tale about a special man.

5.) Which band was the biggest fun to work with till now?

I would say one of the highlights and most fun I have had was with Alkaline Trio from USA. I tour managed them when they where in South Africa for Ramfest, and we had a great time, traveling the country, sight seeing lion parks and beanches and parting all the way. And then with local bands, I would say all the bands I have worked with has been fun, I have travelled South Africa, South America and Europe with my friends and managed their bands and its all a great journey and a lot of fun.

6.) Cruel casting shows are shown on TV. What would you recommend to young people who want to be successful in music business?

My advice would be to use the Internet and the vast amount of free tools and social media accounts that are available to artists these days. Learn how to market yourself and understand that your music is your product and you are a brand.
Young artists do not need a record label to “make them famous”
Good music, hard work, consistent shows and engagement with fans is a good recipe to start with. Once you have the foundation, you can build on your brand.
The Internet is your friend, share your music with the world and you will reap the rewards.

7.) Are there any plans to go on tour with a band from South Africa in Europe or the States? Actually you’re working with PHAT, tell us about these guys.

PHFAT are amazing guys. I have been working with them for 4 years now and I can truly say they are on of the hardest working artists I have ever worked with. All PHFAT’s music is free of charge and available on a pay-what-you-like business model, that has worked extremely so us so far.
Check out: http://phfatmusic.com
PHFAT kicked off 2014 with a monster of a single, Lights Out, featuring the explosive JungFreud The singled premiered South Africa’s biggest pop culture radio station and managed to beat out electronic music giant Skrillex for “Hottest New Track of the week” on their #NewFavourite slot.
The guys have also toured Australia this year in May and there is a tour to UK and Europe on the cards for May 2015.
Here is some more info for those who do not know about PHFAT.


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9.) What else important many visitors of South Africa don’t recognize beside the tourism thing?

I think the best would be for people to experience Cape Town for themselves, it’s a magical place. But keep your eyes open for the local Artists, from Street Art to Traditional arts, Surfing, and of course the awesome music scene.

Thank you for that very interesting chat Brendan. Hopefully we meet again in January next year for a couple of beers in mother city. May the force be with south african rock musicians! 😀

Wer nun mehr Interesse bekommen hat kann Brendan auf Twitter folgen……
Das nächste Interview folgt dann in ca. 6 Wochen. Dann ist mein Gesprächspartner Spitzenautor Deon Meyer.

Nachtrag: Meine Lieblingsband aKing hat letzte Woche ihr neues Album „Morning after“ veröffentlicht, welches ich mir direkt mal via Itunes runtergeladen habe. Ist klasse geworden mal wieder freue mich schon auf das nächste Live Konzert

Um es vorab zu sagen, ich bin kein „Uitlander“, denn so bezeichnete man die Wanderarbeiter meist britischen Ursprungs, die zum Endes des 19.Jahrhunderts ins Kap strömten, mir gefiel der Begriff aber im Bezug auf meine Sichtweise aus der Ferne.

Ich würde mich als Südafrika-Kenner bezeichnen, freilich im Rahmen meiner Möglichkeiten und die letzten Monate habe ich mit großem Interesse die Zeit vor der Wahl beobachtet, teils vor Ort, teils eben aber von hier aus via moderne Medien, soziale Netzwerke und regem Austausch mit Freunden die am Kap leben.

Es stehen also wieder Wahlen an der Südspitze des schwarzen Kontinents an, soweit so gut und ein jeder weiss dass der ANC, welchen Mr.Mandela einst so stolz an die Spitze des Landes führte wieder die Wahl gewinnen wird.
Auch Mandela’s Tod im Dezember letzten Jahres wird vor den Wahlen so manchen ANC-Wähler in Nostalgie verfallen lassen, aber trotzdem, ich sage es wird dieses Jahr etwas anders ausgehen als die Vorjahre und der ANC wird herbe Verluste einfahren.

Zum einen ist es die große Unzufriedenheit, die bei der armen Bevölkerung immer mehr wächst, zum anderen ist der einstige ANC Jugendführer Julius Malema mit seinen Economic Freedom Fighters auf bestem Wege dem angestaubten ANC doch eine Menge Stimmen wegzunehmen.

Während der aktuelle Präsident Jacob Zuma von einem Skandal in den nächsten stolpert und das ohne jegliche Scham und Reue, kann Frau Helen Zille, ehemals für Kapstadt im Amt zur Weltbürgermeisterin gewählt worden und jetzige Chefin des leistungsstarken Western Cape’s, für die von ihrer DA regierten Region das beste Wachstum im Land vorweisen und die größten Erfolge bei der Bekämpfung der Armut.

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Die Frage ist nun wie sehr dies der Wähler aufnimmt, denn Frau Zille’s Taten im Westen kommen im Eastern Cape, wo die Mehrheit der Menschen den einst von Norden in das Land gedrungenen Bantustämmen angehören, nur begrenzt an, vielleicht ist es neben der Unterdrückung zu Zeiten der Apartheid aber auch die unheimliche Weite des Landes, die es von Provinz zu Provinz so dramatisch unterschiedlich erscheinen lässt.

Es ist etwas dummdreist wie euphorisch der ANC seine Probleme wegfeiert mit großen Aufmärschen und typisch für diese Art von afrikanischen Politikern.
Im Grunde genommen haben sie Angst, denn sooft wie Präsident Zuma nun bei öffentlichen Auftritten ausgebuht wurde, die südafrikanische Wirtschaft nach wie vor auf Talfahrt ist und das Land nun auch noch von Nigeria als größte Volkswirtschaft des Kontinents abgelöst wurde, muss die Gesamtsituation auch für treue ANC Wähler sehr unbefriedigend sein.

Zeit für schreckliche Populisten wie Julius Malema, der gerade bei frustrierten, jungen Menschen viel Zuspruch findet und auch wenn ich diesen Kerl für sehr gefährlich halte wünsche ich mir, dass er dem ANC viele Stimmen abnimmt und die DA noch etwas zulegt, denn auch das könnte die Wirtschaft wieder stärken. Es dürfen halt nicht zuviele Stimmen werden und so ist Malema’s EFF Partei die große Unbekannte X bei diesen Wahlen.

Unangenehme Nebenerscheinungen dieses Wahlkampfes:

– ANC Anhänger greifen mehrfach friedliche Märsche der Oppositionspartei DA an. Das ist ihr Niveau, das ist ihre Art von Demokratie.

– In vielen Townships gab es heftige Proteste, einer davon in Gugulethu nahe Kapstadt musste gestern von der Polizei mit dem Einsatz von Tränengas gestoppt werden.

Was auch interessant wird, dass die Post-Apartheid Generation „Born Free“ nun auch erstmalig wählen darf und interessant hierbei ist, dass diese jungen Leute nicht sehr interessiert an Politik sind, dafür aber der Nachwuchs ihrer einstigen Unterdrücker.
Auch rufen viele in den Townships zu Wahlboykott auf, auch das kann den ANC Stimmen kosten.

Soviel zu meiner Betrachtung von aussen, kurz und hoffentlich plausibel erklärt was nun in Südafrika die Wahl so spannend macht. Morgen heisst es dann wieder „One Mann, one vote!“ und ich erwarte gespannt das Ergebnis.

Im Ausland lebende Südafrikaner dürften bereits letzte Woche wählen. Wie wichtig es ihnen dieses Mal ist zeigt diese Schlange vor dem Wahlbüro am Trafalgar Square.

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Ich drücke jedenfalls dem Land und vor allem der DA und Frau Zille die Daumen.
Nkosi Sikelel’ iAfrika